Auswahl nach Geschlecht
Ursprünglich wurde die genetische Präimplantationsdiagnostik (PID) zur Auswahl des embryonalen Geschlechts eingesetzt, um dadurch zu vermeiden, dass eine geschlechtsgebundene genetische Erkrankung auf das Kind vererbet wird, falls ein Elternteil Träger einer solchen Erkrankung ist. Darüber hinaus kann auch aus Gründen der Ausgewogenheit in der Familie das Geschlecht mittels der PID bestimmt werden, (z.B. wenn ein Paar bereits einen Sohn hat und sich nun eine Tochter wünscht).
Durch die PID werden nicht nur die Geschlechtschromosomen untersucht, sondern es können auch schwerwiegende Krankheiten, wie z.B. das Down-Syndrom nachgewiesen werden. Falls Sie sich für die PID aus Gründen der familiären Ausgewogenheit (Geschlechtsauswahl) entscheiden, sollten Sie die Gelegenheit nutzen, Ihr zukünftiges Kind auch auf Down- Syn-drom oder andere genetisch-bedingte Krankheiten untersuchen zu lassen.
Die Samenzellen bestimmen das Geschlecht des zukünftigen Kindes. Einige Samenzellen tragen das weibliche Chromosom (X), und andere wiederum das männliche Y-Chromosom. Alle Ei-zellen hingegen sind Träger eines weiblichen Chromosoms. Je nachdem welche Samenzelle die Eizelle befruchtet hat, wird ein männlicher (Genotyp 46,XY) oder eine weiblicher (Genotyp 46,XX) Organismus entstehen (siehe Abb. 1).
Abb. 1: Samenzelle und Eizelle (Bestimmung des Geschlechts durch die Samenzelle)
Die PID (genetische Präimplantationsdiagnostik) zum Zweck der Geschlechtsauswahl untersucht ein oder mehrere Embryonen auf weibliche und männliche Chromosomen. Damit ein Embryo untersucht werden kann, bevor es in die Gebärmutter eingebracht wird, muss das Verfahren der In-vitro-Fertilisation (IVF) angewandt werden. Das gesamte Verfahren, d.h. IVF und PID zur Geschlechtsauswahl dauert zweieinhalb Wochen und beinhaltet die folgenden Schritte (Abb. 2):
- hormonelle Stimulation der Eierstöcke
- Eizellentnahme
- extrakorporale Befruchtung der Eizelle
- Kultivierung des Embryos im Brutkasten
- PID zur Geschlechtsauswahl mittels der FISH-Methode
- Transfer des Embryos mit dem gewünschten Geschlecht in die Gebärmutter
- Behandlung nach erfolgtem Embryotransfer
Abb. 2: PID zur Geschlechtsauswahl
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