Natürliche Auslese von der Eizelle zur Lebendgeburt

Bei der Eizellproduktion im Menschen entstehen auch eine Menge geschädigter Eizellen, in denen ein oder mehrere Chromosomen zu viel oder zu wenig vorhanden sind. Die falsche Anzahl von Chromosomen, sei es nun ein überzähliges oder ein fehlendes, hat enorme, negative Auswirkungen auf die Chancen dieser Eizelle oder auch des späteren Embryos sich zu einer normalen Lebendgeburt zu entwickeln. Je älter die Frau ist, desto häufiger kommen solche Eizellen vor.

Durch den Prozess der natürlichen Auslese werden solche geschädigten Embryonen ausgeschaltet – ihre Entwicklung wird zu irgendeinem Zeitpunkt einfach aufgrund ihrer inneren Merkmale gestoppt. Es wird immer so sein, dass am dritten Tag nach der Befruchtung mehr Eizellen als Embryonen vorhanden sind, ebenso wie am dritten Tag mehr Embryonen vorhanden sind als dann am fünften Tag. Gleichzeitig verringert sich die Anzahl der geschädigten Embryonen vom ersten bis zum fünften Tag. Dennoch weist bei Frauen um die 30 eines von vier morphologisch guten Embryonen am fünften Tag einen Defekt auf, während es bei Frauen um die 40 drei von vier sind.

Unter dem Mikroskop kann ein Embryo mit genetischem Defekt sogar am fünften Tag nach der Befruchtung, d.h. nachdem es schon einen langen natürlichen Ausleseprozess durchlaufen hat, sehr gut aussehen, ja sogar besser als alle anderen Embryonen aus der selben Gruppe und daher für den Embryotransfer ausgewählt werden.

In den frühesten Entwicklungsstadien des Embryos findet die intensivste natürliche Auslese statt und dennoch weist, wie Sie gesehen haben, mindestens eines der vier Blastozysten eine Schädigung auf und könnte trotzdem für den Embryotransfer ausgewählt werden. Der natürliche Ausleseprozess setzt sich dann in der Gebärmutter fort und kann dementsprechend zu einer frühzeitigen Fehlgeburt oder aber auch zu einer fehlgeschlagenen Implantation führen, sofern der Embryo eine größere oder geringere Anzahl an Chromosomen aufweist als erforderlich.

Die Mehrzahl der Embryonen mit falscher Chromosomenzahl stellt ihre Entwicklung ein, ehe eine Schwangerschaft überhaupt im Blutbild nachgewiesen werden kann. Sofern sie überhaupt in die Gebärmutter eingesetzt worden sind, ergeben einige fehlerhafte Embryonen einen positive Schwangerschaftstest (biochemischer Schwangerschaftstest), können jedoch nicht in der Ultra-schalluntersuchung nachgewiesen werden (also nicht zu einer klinischen Schwangerschaft führen).  Nur ein sehr geringer Prozentsatz der geschädigten Embryonen wird sich bis hin zu einer klinisch nachweisbaren Schwangerschaft entwickeln und nahezu alle führen zu einer Fehlgeburt noch vor der 12. Schwangerschaftswoche. Die Natur verfügt über sehr starke und ausgeprägte Kontrollmechanismen bei der Gattung Mensch, die es nicht zulassen, dass von dem Muster der 46 Chromosomen beim Menschen abgewichen wird. Nur einige spezielle Arten von fehlerhaften Chromosomen können die Entwicklung während der gesamten Schwangerschaft überdauern und dazu führen, dass ein Kind mit gesundheitlichen Problemen zur Welt kommt (z.B. Down-Syndrom (Trisomie 21) oder Turner-Syndrom (45, XO). 

Schlussfolgerung:  Die falsche Chromosomenzahl behindert den Entwicklungsprozess des Embryos und kann als Hauptursache für eine fehlgeschlagene Implantation oder eine frühzeitige Fehlgeburt angesehen werden.


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