Stimulation
Die hormonelle Stimulation der Eierst?cke bildet einen Teil der IVF-Behandlung. Im Gegensatz zum nat?rlichen Zyklus soll diese Hormonbehandlung n?mlich nach M?glichkeit das Heran-reifen von mehreren Eizellen f?rdern. Die reifen Eizellen werden dann aus den Eierst?cken entnommen und anschließend befruchtet. Es ist wichtig, mehrere Eizellen zur Verf?gung zu haben, weil sich nicht jede Eizelle befruchten l?sst und auch nicht jeder Embryo die gleiche Chance hat, sich in der Geb?rmuter einzunisten. Welche Hormonbehandlung genau zum Einsatz kommt, wird je nach den individuellen Voraussetzungen entschieden, um sicherzugehen, dass gen?gend Eizellen heranreifen und Komplikationen m?glichst vermieden werden.
Zun?chst wird der Organismus so optimal wie m?glich auf die bevorstehende hormonelle Stimulation vorbereitet. Der monatliche Zyklus wird reguliert, um den Zeitpunkt des Eisprungs und der Eizellentnahme bestimmen zu k?nnen. Die Patientin nimmt Medikamente ein, damit die k?rpereigene Produktion von Eierstockstimulierenden Hormonen (FSH und LH) unterdr?ckt wird. Dieser Vorgang wird Downregulation genannt. Die in dieser Phase verabreichten Medi-kamente werden als GnRH-Agonisten. Die Downregulation zur Stimulation der Eizellproduktion wird ab dem 19.-22. Zyklustag in einem langen Protocol durchgef?hrt. Die in dieser Vorbereitungs-phase eingesetzten Medikamente werden entweder in Form von t?glichen Injektionen, als Nasensprays oder als Depotinjektion verabreicht. Durch diese Art der Vorbereitung wird eine bessere Regulierung der Stimulation insgesamt erreicht.
Dar?ber hinaus werden auch GnRH-Antagonisten verwendet, um die k?rpereigene Hormon-produktion w?hrend einer k?rzeren Stimulationsbehandlung (short Protocol) zu unterdr?cken. Sie werden bereits in der Stimulationsphase (am Ende der Regelblutung) eingesetzt. Damit wird die Behandlungs-zeit insgesamt verk?rzt. Außerdem wird hierdurch das eventuelle Auftreten von Symptomen, die mit der herabgesetzten Östrogenproduktion (Hypo?strogen?mie) zu tun haben, vermieden.
Der Arzt oder die ?rztin w?hlt die geeignete Behandlungsmethode ganz nach den jeweiligen Voraussetzungen bei der Patientin aus.
Verschiedene hormonhaltige Medikamente, die die nat?rliche Hormone enthalten, werden zur Stimulation der Eizellreifung verwendet. Die Pr?parate unterscheiden sich in der Art und Weise, wie sie hergestellt werden.
HMG, das aus dem Urin von Frauen in den Wechseljahren gewonnen wird, enth?lt FSH und LH zu gleichen Anteilen.
Rekombinantes FSH ist ein Protein, das mit dem nat?rlichen Hormon identisch ist. Daher ist es f?r Patientinnen besser vertr?glich.
Die hormonelle Stimulation mit Gonadotropinen (FSH) wird ?blicherweise 14 Tage nach Beginn der downregulation aufgenommen (bei einem l?ngeren Behandlungsschema), bzw. innerhalb der ersten drei Zyklustage in einem kurzem Protokol (1. Zyklustag = 1. Blutungstag).
Im Allgemeinen dauert die Behandlung mit FSH 11-13 Tage.
In dieser Zeit werden die Hormone stets zur selben Tageszeit unter die Haut (oder in den Muskel) gespritzt. Sofern die k?rpereigene Hormonproduktion durch die Gabe von GnRH-Antagonisten unterdr?ckt werden soll, werden diese ab dem 5.-7. Tag der Stimulationsbehandlung gespritzt. Die Spritzen sind f?r slbstanewendung geignet. Nach dem wunsch der Patientin kann Injektion in der Klinik gegeben werden.
Also, die Dauer des langen Protokolls ist im Durchschnitt 3 Wohen, des kurzen Protokolls – 11-14 Tage.
Die Stimulation erfolgt unter regelm?ßiger Ultraschallkontrolle zur ?berpr?fung der Gr?ße und Anzahl der Follikel und der Geb?rmutterschleimhautentwicklung. Dies ist außerordentlich wichtig, um den optimalen Zeitpunkt f?r die Gabe des hCG (humanes Choriongonadotropin) zur Ausl?sung des Eisprungs und die Entnahme der Eizellen (Follikelpunktion) festzulegen. Dar?ber hinaus l?sst sich durch die regelm?ßigen Ultraschalluntersuchungen das Risiko der ?berstimu-lation mindern.


