Indikationen zur Eizellspende
Unglücklicherweise stellt sich in vielen Fällen heraus, dass die Geburt eines gesunden Kindes ohne Inanspruchnahme einer Eizellspende unmöglich sein wird.
Die Indikationen zur Eizellspende lassen sich in unserer Klinik in drei übergreifende Kategorien einteilen:
- Nichtvorhandensein oder Störung der Eizellen aufgrund verschiedener Ursachen,
- Risiko der Übertragung einer schweren erblichen Erkrankung auf ein Kind,
- Alle zuvor angewendeten Methoden haben sich als unwirksam erwiesen oder die Erfolgsaussichten sind aller Wahrscheinlichkeit minimal.
1. Nichtvorhandensein oder Störung der Eizellen aufgrund verschiedener Ursachen
Die Stimulationsbehandlung kann nur erfolgreich verlaufen, wenn in den Eierstöcken kleine (antrale) Follikel vorhanden sind, die auf die Stimulation reagieren. Die Anzahl von antralen Follikeln nimmt nach dem 40. Lebensjahr langsam ab, während sich gleichzeitig die Qualität der Eizellen dramatisch vermindert.
Eine Abnahme in der Follikelzahl bei Frauen unter 40 Jahren kann genetisch bedingt sein oder auch Ergebnis von operativen Eingriffen an den Eierstöcken oder von Chemotherapie oder Bestrahlung. Wenn die Eierstöcke entfernt wurden (Ovariektomie) oder die Frauen sehr belastenden Faktoren ausgesetzt waren, fehlen die Follikel und demnach die Eizellen vollständig. Andere, wenn auch seltenere, Ursachen für das Nichtvorhandensein von Eizellen können eine gestörte Gonaden-, d.h. Keimdrüsenentwicklung sein oder aber auch genetisch bedingte Erkrankungen (Turner Syndrom). Hier ist Eizellspende von grosser Bedeutung.
2. Das Risiko der Übertragung einer schweren erblichen Erkrankung auf ein Kind
Das Risiko, eine genetisch bedingte Erkrankung zu vererben, kann durch die Pränataldiagnostik oder genetische Präimplantationsdiagnostik ausgeschlossen werden. Häufig sind solche diagnostischen Verfahren jedoch nicht wirksam (denn dadurch wird die Erkrankung nicht vermieden) oder sie können nicht angewendet werden, weil kulturelle, religiöse oder andere Gründe dagegensprechen. In diesem Fall nimmt man Eizellspende in Anspruch.
3. Unwirksamkeit oder geringe Erfolgsaussichten bei früheren Versuchen
Die schwierigste Aufgabe für die Patienten in der dritten Gruppe ist es, sich für die Inanspruchnahme eines Eizellspendeprogramms zu entscheiden. IVF-Behandlungszyklen, die ohne Erfolg durchgeführt wurden, weil die Eierstöcke nicht ausreichend auf die hormonelle Stimulation reagierten, die Eizellen, bzw. Embryonen von zu geringer Qualität waren oder es trotz vieler Versuche nicht zur Schwangerschaft kam, können als Indikation angesehen werden, solchen Patientinnen Eizellspende zu empfehlen.
In vielen Fällen erweist sich Eizellspende als die einzige wirksame Lösung, den Kinderwunsch bei Frauen über 40 zu erfüllen.



